Walmart will umstrittene Gesichtsscanner einsetzen

Die ersten US-Filialen testen bereits die "FaceFirst"-Technologie. Damit will man  Ladendieben auf die Spur kommen...

Supermarkt: Face-Scanner ersetzen Detektive (Foto: Gabi Schoenemann/pixelio.de)
Supermarkt: Face-Scanner sollen bald Detektive ersetzen (Foto: Gabi Schoenemann/pixelio.de)
Supermärkte wünschen sich mehr und mehr  Überwachungssystemen auf Basis einer Gesichtserkennung. Diese könnten hohe Personalkosten einsparen, weil Kaufhaus-Detektive dadurch ersetzt würden. 




Einen ersten Test starteten jetzt die ersten amerikanischen Walmart-Filialen http://walmart.com. Dies rüttelt allerdings ganz massiv an den Nerven der Datenschützer, die mit harscher Kritik darauf reagieren. 



Die Gesichtserkennung gehöre in die Kategorie der Videoüberwachung, heißt es. Diese sei allerdings nur dann rechtlich zulässig, wenn Verhältnismäßigkeit bestünde und diese zweckdienlich sei. Heimlich darf dies nicht geschehen. Geeignete Maßnahmen wie Schilder müssen die Kunden vorwarnen, erleutert Marit Hansen, Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein http://datenschutzzentrum.de 

Räume mit besonderer Intimsphäre, die außerdem der Entfaltung der Persönlichkeit dienen, müssen von dieser Art der Überwachung generell ausgenommen bleiben, heißt es.

Der Scan mit vielen Perspektiven

Die automatische Gesichtserkennung soll schon bald Kaufhausdiebe auf digitale Art identifizieren. Die Detektivarbeit würde dadurch zwar erleichtert. Allerdings könnten sich unschuldige Einkaufende beim Shoppen gestört fühlen, führen Experten an. Wer möchte schon ständig beim Einkaufen beobachtet werden?

Diese smarte "Spionage-Software" heißt "FaceFirst" und ist an eine Datenbank gekoppelt. Darin wurden bereits bekannte "krimininelle" Gesichter abgespeichert. Eine im Supermarkt installierte Kamera übernimmt dabei die Überwachung. Die Software FaceFirst führt hingegen die Gesichter-Analyse durch.

Technisch funktioniert das System durch eine Art Raster-Aufteilung. So können rund 16.384 Referenzpunkte miteinander verglichen werden. Der detaillierten Identifizierzung von Personen stünde so nichts mehr im Wege.

Einzigartige Merkmale stehen im Fokus

Das System erkennt bereits eingetragene Auffällige - in der Regel Wiederholungstäter - und benachrichtigt sofort einen Angestellten. Dieser verschafft sich dann sofort selber ein Bild von der Situation. 




Viele Menschen wollen keine Überwachung per Gesichtserkennung. Wenn man einmal in der Datenbank gespeichert ist, dann gibt es kaum mehr ein Zurück. Es ist nämlich leichter, sein Passwort oder seine Kreditkartennummer zu ändern als den Fingerabdruck oder das kleinste Gesichtsmerkmal, so Kritiker.

Für die Datenschützer jedenfalls wiegen die schutzwürdigen Interessen unschuldiger Kunden höher als die einfache Überwachung per Gesichtserkennung. Sämtliche Kunden müssten über die Gesichtserkennung ausreichend informiert werden. Eine nicht geringe Kundengruppe würde das Kaufhaus dann wahrscheinlich nicht mehr betreten.

1 Kommentar:

  1. Na klar, dann gibt es künftig 'kriminelle Gesichter'. Wir lieben es ja Menschen in Raster zu stellen. Anderseits, wer klaut ist selber schuld ... oder ? Einmal Dieb immer Dieb, einmal Lügner immer Lügner, einmal krank immer krank?

    AntwortenLöschen

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar.
Ihre Redaktion
WieWoWerWas